Freitag, 27. September 2013

Physiotherapie_nach Ellenbogenbruch von Hase Thommi

Fast 5 Wochen nach der OP

In dieser Rubrik kann man den ganzen OP-Verlauf sehen
hier

10 Tagen nach der OP waren wir bei der Tierärztin um die Fäden zu ziehen.
Sie wollte das Beinchen mit einem engen Verband strecken, 
weil Thommi das Füßchen unter sich gehalten hat.

Wir waren dagegen, denn er hat schon genug gelitten,
und uns für Physiotherapie entschieden.


Der Bruch ist geschraubt und mit Draht zusammen gehalten.
Wenn man ihn mit Gewalt streckt tut das nicht nur höllisch weh, sondern es bricht neu, weil die Wunde nicht verheilt und der Knochen noch nicht angewachsen ist.

Thommi ist in einem kleinen Quaratäne-Käfig, 
weil er sich so wenig, wie möglich bewegen darf.
Sein geliebtes Klöchen mussten wir auch entfernen, 
weil er dort nicht reinhoppeln kann und darf.

Der Käfig ist nur 1 Meter mal 50 cm
und für einen immer freihoppelndes Energiebündel eine Qual.
Er hat nun wohl noch seine Kindheitserinnerungen,
denn dort wurde er als Schlachtvieh in einer kleinen Box gehalten.


Er ist in diesem Käfig sehr traurig.


Leider können wir das noch nicht ändern,
aber wir holen ihn oft heraus, seinen Zwitter Goethe dazu,
damit die beiden ihre Kuschelstunden haben.

Physiotherapie bei einem Hasen ist nicht einfach.

Wie das nun geht,
versuche ich nun mal Häschen-Freunde zu erklären.


Man brauch einen großen Platz ( wir haben dazu ein Spielbett ),
alte Oberbetten, alte Laken und einen Berg Handtücher.

Propolis für Bisswunden .. und reichlich gute Nerven

 

Partnerhasen beschützen ihren Partner,
d.h. wird man nicht gebissen, wird der andere auf jeden Fall etwas annagen oder pinkeln.

Das soll ablenken, denn das nicht zu behandelnde Häschen wird versuchen seine ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Dafür die alten Sachen.

Erster Schritt: Schmusezeit, Eingewöhnung


Am besten legt man sich dazu,
schmust erstmal eine ganze Zeit mit beiden Häschen,
gibt ihnen somit Vertrauen.

Wenn ein Häschen, das ja ein Fluchttier ist, seine Beinchen nach hinten ausstreckt fühlt es sich entspannt und wohl.
Mit diesen Beinchen kann es nicht weghopeln, es vertraut.

Zweiter Schritt: leichte Massage



Ihr sehr hier auf dem Bild, dass ich das verletzte Pfötchen vorsichtig anfasse.
Eure Fingernägel sind natürlich kurz und unbelackt.
Kurz, damit ihr nichts verletzt und
unbelackt, damit keine Giftstoffe in die Wunde kommen können.

Mit dem Daumen wird das Füßchen nun vorsichtig massiert,
damit die Muskeln und Haut warm werden.
Dabei stützt der Zeigefinger das Gelenk.

Dritter Schritt: Punktmassage



Mit dem Zeigefinger berührt ihr nun vorsichtig die Bruchstelle.
Mit leichten kreisenden Bewegungen könnt ihr merken, wo Euer Häschen Schmerzen hat. Es wird dann nämlich ein wenig zusammen zucken, vertraut Euch aber und bleibt in Schmusestellung.

Vierter Schritt: die eigentliche Bewegungstherapie


Besser wäre es, wenn ihr alles mit einer Person macht, die Euer Häschen kennt und zudem es vertrauen hat.

Einer sollte das Köpfchen streicheln, der andere muss nun das winzige Hasenpfötchengelenk vorsichtig nach unten und oben bewegen.
Dabei darf kein Druck ausgeübt werden.

Diese Therapie dient dazu, dass Euer Häschen später auf seinen Pfötchen wieder laufen kann.
Es wird sonst später in Schonhaltung hoppeln, Pfötchen immer nach hinten und innen geklappt - sich somit Wundlaufen.

Diese Physiotherapie ist sehr langwierig.

Morgens und abends mindestens 1 Stunde, zusammen mit Bekuschelung -
zwischendurch noch mal kürzer, ohne Partnerhase -
und dazu einen Berg Wäsche.

Alles auf jeden Fall besser, als einen Verletzten noch weiter einzuschränken,
im einen Streckverband und Bewegungsunfähigkeit zu verpassen,
zumal der Erfolg eher wage ist.

Fünfter Schritt: Bekuschelung



Wie man sieht, liegt Goethe noch immer bei Thommi.

Thommi ist ziemlich fertig.
Es tat nicht viel weh, war aber eine enorme Anstrengung.
Er möchte nun nur noch mit Goethe kuscheln und ein wenig bestreichelt werden.

Bilder im Vergleich


Sechster Schritt: Auskuschelung



Nach soviel Aufregung dürfen beide Häschen machen, was sie möchten.

Thommi versucht ein wenig sitzend in der Gegend zu schauen um neue Eindrücke zu bekommen.
Goethe ist erschöpft vom Aufpassen und entspannt nun auch.

Beide Käfige werden nun zur Nacht gerichtet.
Klo sauber, neues Heu, Einstreu, Langstroh und Gemüse.

Goethe darf noch rumhoppeln,
Thommi muss leider zum Schutz in den kleinen Käfig.

Wie Ihr seht, brauchen auch Häschen viel Zeit,
überlegt das bevor Ihr Euch welche anschafft.


Ich arbeite noch mindestens 9 Std/Tag, bin nun fix und fertig.

Vermissen möchte ich aber keine Pflegesekunde,
denn ich liebe meine Tiere.

lg Eure Archi

*********************************************

Kommentare:

  1. Thomas versucht hin und wieder selber sein Pfötchen zu strecken. Das Problem ist, dass er immer Angst vor dem Schmerz hat.
    Habe ich auch bei der Physiotherapie.
    Nur wenn es schmerzt ist es entweder die Verletzung oder die Verkalkungen. Letztere sind extrem schmerzhaft, lassen sich aber nur durch "Gewalt" bekämpfen. Hat man eine Verkalkung erwischt, fängt es an zu jucken und der Hase leckt sein Pfötchen. Aber vorher hat er sen Pfötchen eingezogen. Das muß man auch zulassen.
    Man führt bei der Physiotherapie das Pfötchen hin und her um das Vertrauen zu bekommen und dann vergrößert man den Bewegungsbereich ohne extra feste zu halten. Wenn es dem Hasen schmerzt, zieht er das Pfötchen ein und hat auch so 10 minuten lang kein Interesse daran, das man das PFÖTCHEN NOCHMAL ANFASST:
    Da er aber gemerkt und lernt was man macht, versucht Thomy mich zu immitieren. Das Problem ist, das Verkalkungen nur passiv vom Patienten bearbeitet werden können.

    BG

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Uli, hallo BG,

    Ihr macht das beide ganz fantastisch und voller Liebe. Das spürt auch Thommi und natürlich Goethe. Vertrauen muss man sich erst verdienen auch bei Tierchen. Ich hoffe und wünsche, Euer Thommi ist bald wieder gesund.

    Liebe Grüße, Kathy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kathy
      Vielen Dank für deine Wünsche.

      Du wärst bei deinen Tierchen genauso verrückt. Man hat sie sich geholt, hat nun Verantwortung.

      lg Uli

      Löschen
    2. Hallo Uli,

      natürlich bin ich genau so verrückt und das ist gut so. Ich kann nicht schlafen, wenn es meinen Tierchen nicht gut geht. Sie sind irgendwie meine Kinder und ich liebe sie. Fred sieht es ganz ähnlich.

      Liebe Grüße, Kathy

      Löschen
    3. Guten Morgen Kathy

      Ich sehr die Tierchen zwar nicht als Kinder, sondern alsPartner - aber im Prinzip denken wir genauso.

      lg Uli

      Löschen
    4. Hallo Uli,

      das liegt sicher daran, dass Du Kinder hast und ich nicht. Auf jeden Fall haben wir Verantwortung für unsere Tiere und lieben sie.

      Liebe Grüße, Kathy

      Löschen
  3. Guten Abend Uli,
    alle Schritte habe ich mit Bewunderung gelesen. Dafür braucht man viel Feingefühl. Meine Anerkennung, wie Du das machst. Ich muss gleich an meine Katzen denken. Denen ist noch nichts passiert.
    LG Joachim

    AntwortenLöschen
  4. Guten Abend Joachim

    Wenn deinen Kätzchen mal etwas passiert versuche ich natürlich zu helfen.
    Es war auch unsere erste Erfahrung mit Beinbruch beim Häschen. Ich wusste nicht, dass es sehr oft passiert und die Halter dann das Pfötchen einfach amputieren.

    lg Uli

    AntwortenLöschen