Samstag, 6. April 2013

Liebe Freunde seid nicht traurig



Eines Nachts, fast schon halb drei,
du stehst an der Autobahn.
Und dir ist es einerlei,
wohin all die Autos fahren.
Mit dem Daumen stehst du an der Ecke,
du willst einfach weg.
Den großen Zettel in der Hand-
du willst raus aus diesem Dreck.

Zum Abschied schriebst du einen Brief:
„ Oh liebe Mutter, weine nicht.
Ich hatte wieder so ein Tief,
ich denke wirklich oft an dich.
Und sag dem Chef, ich hab es satt -
ich will nie mehr zu ihm zurück.
Ich geh nun meinen Weg allein,
langsam zwar, doch Stück für Stück.“

Refrain :

Liebe Freunde seid nicht traurig,
Weil ich doch auch nicht traurig bin.
Wozu hat eure Traurigkeit
wenn ich weg bin, denn noch Sinn.
Ihr hättet doch schon am Anfang
versuchen können zu verstehn.
Dann müsste ich nicht einsam jetzt
soweit weg von euch zu gehen.


Am Waldrand siehst du noch ein Reh,
während dich der Abschied plagt.
Doch schon hält neben mir ein LKW,
nun ist es zu spät : „Oh guten Tag.
Fahren Sie vielleicht nach Frankreich,
USA oder nach Bremen ?
Oder wenigstens nach Düsseldorf,
würden Sie mich mit nehmen ? „

Die Sonne am hohen Horizont,
und wild klingt es in den Ohren -
wie Kriegsgetöse an der Front,
doch es sind nur die Motoren .
Von den riesengroßen Personenschiffen,
die in den Hafen einfahren.
Verzweifelt überleg ich,
wie kann ich mir die Überfahrt ersparen.

Refrain :

Liebe Freunde seid nicht traurig,
Weil ich doch auch nicht traurig bin.
Wozu hat eure Traurigkeit
wenn ich weg bin, denn noch Sinn.
Ihr hättet doch schon am Anfang
versuchen können zu verstehn.
Dann müsste ich nicht einsam jetzt
soweit weg von euch zu gehen.



Weil es dann gar nicht anders geht,
fahr ich schwarz auf diesem Schiff.
Und während du in der Kammer schläfst,
läuft es auf, auf ein Riff.
Genau wie ich wollte die Mannschaft
nicht soweit weg von dem Zuhaus.
Doch als das Wasser in die Kammer sprudelt,
war es einfach aus.

Noch hab ich ein wenig Zeit
einen Abschiedsbrief zu schreiben:
„Liebe Mutter, ich bin bald sehr weit
und dann brauch ich nicht mehr leiden.
Meine Freunde, dich ich haben werde sind besser.“
und zum Schluß -
versiegelst du die Flasche,
weil du einfach aufhören musst.

Refrain :

Liebe Freunde seid nicht traurig,
Weil ich doch auch nicht traurig bin.
Wozu hat eure Traurigkeit
wenn ich weg bin, denn noch Sinn.
Ihr hättet doch schon am Anfang
versuchen können zu verstehn.
Dann müsste ich nicht einsam jetzt
soweit weg von euch zu gehen.


© Archimeda1




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Kommentare:

  1. Das Lied ist mehr als schön.

    *Kuss*

    Dein BG

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  2. Hallo Uli,

    es ist ein sehr trauriger Text aber auch befreiend. Als Lied würde ich es gerne mal hören.

    Liebe Grüße, Kathy

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    1. Hallo Kathy
      Ich sehe es auch als Befreiung. Man mu´vielleicht etwas trauriges erleben um zu wissen, was einen befreit.
      Musik habe ich dazu. Fast alle Texte sind musikalisch unterlegt. Meistens spiele ich auf der Gitarre oder dem Keyboard dazu.
      lg Uli

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  3. Hallo uli,
    ein schönes Gedicht wie eine Ballade. Die Fahrt aus dem Dreck in die Freiheit geht auch ohne Schiffbruch, denke ich.
    Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir.
    LG Joachim

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    1. Hi Joachim.
      Man nimmt sich oft zuviel vor, sollte mit dem glücklich und zufrieden sein, was man hat.
      lg Uli

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  4. Hallo Conchi,
    warum hast du denn so ein Tief ?
    Du hast doch eine Menge neue Bekannte gefunden.
    lg Uli

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